Im Herbst 2026 widmen wir uns dem Oratorium „IL CANTICO – Francesco von Assisi und die Geschichte des Sonnengesangs“, eine moderne Komposition von Peter Reulein aus Frankfurt. Das Werk nimmt uns in das Leben und Wirken des Franz von Assisi mit und beschreibt die Entwicklung seines berühmten Sonnengesangs. Der Kammerchor canticum novum wird vom Kourion-Orchester aus Münster unterstützt.
Leitung: Koon Tung Grant Sung
Aufführung in Münster
- Samstag, 3. Oktober 2026
- Beginn: 19:00 Uhr (Einlass 18:15)
- Mutterhauskirche der Franziskanerinnen Münster (Link zu Google Maps)
- Eintritt: Kategorie I 25 €, Kategorie II 20 € bzw. 15 € ermäßigt (Schüler*innen, Azubis & Studierende)
Beziehende von Sozialleistungen: Eintritt frei - Für den ermäßigten Eintritt bitte einen Nachweis mitbringen
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Aufführung in Emsdetten
- Sonntag, 4. Oktober 2026
- Beginn: 16:30 Uhr
- St. Pankratius Emsdetten (Link zu Google Maps)
- Eintritt: 15 € bzw. 10 € ermäßigt
- Vorverkauf: Atelier Buch & Kunst (Am Brink 4) und Pfarrbüro St. Pankratius (Karlstraße 31)

Hier können Sie das Plakat in seiner Druck-Version herunterladen
Mitwirkende
- Leitung: Koon Tung Grant Sung
- canticum novum Münster
- Kourion-Orchester Münster
- Mezzo: Eva Marti
- Tenor: Scott Robert Shaw
- Bariton: Grantas Sileikis
- Erzähler*in: Andrea Lieblang, Moritz Gräper
Unser Konzert in Münster wird gefördert von:

Über das Oratorium
Eine Einführung von Helmut Schlegel
IL CANTICO – der Sonnengesang des Francesco von Assisi. Tausendfach gesungen in vielen Sprachen und Melodien der Welt. Aber wie kam es zu diesem Lied? Das Oratorium IL CANTICO will diese Geschichte selbst zu einem Gesang machen. Es ist eine Geschichte mit Höhen und Tiefen. Bevor Francesco das Lied der Schöpfung singt, durchlebt er Phasen von Glück und Trauer, von Begeisterung und Enttäuschung.
IL CANTICO beginnt mit der Reise des Heiligen in den Orient während des fünften Kreuzzugs im Jahre 1219. Seine Erfahrungen mit dem Heer der Kreuzfahrer enttäuschen ihn bitter. Der päpstliche Legat ist nicht zu einem Waffenstillstand bereit. Auf der anderen Seite macht Francesco in der Begegnung mit dem muslimischen Sultan Muhammad al-Kamil eine Erfahrung, die bis heute als ein Leuchtzeichen der interreligiösen Beziehungen bewertet werden darf. Sie wissen um den einen, gemeinsamen Gott und beten füreinander.
Zwischen diesem Ereignis und der Dichtung des Sonnengesangs vergehen fast sechs Jahre, die für Francesco ebenso beglückend wie bedrückend sind. Nicht zuletzt wird ihm seine eigene Bruderschaft, die ständig an Zahl zunimmt, zur Belastung. Der ursprüngliche spirituelle Schwung erlahmt zusehends. Die Kirchenleitung in Rom will den Orden in kontrollierbare Bahnen lenken. Gleiches müssen auch Chiara und der Orden der Armen Schwestern von Assisi erfahren. Und dennoch halten Francesco und Chiara an ihrer Berufung fest, weil ihr Vertrauen auf den treuen Gott gründet. Die körperlichen Gebrechen, die Francesco immer mehr zusetzen, lassen ihn dem gekreuzigten Christus ganz nahekommen, so nahe, dass sich in seinem Körper die Wundmale des Gekreuzigten einprägen. Doch genau die Schmerzen und Verwundungen werden für Francesco zu einer Quelle des Lebens. Er erfährt das Wunder der Wunden. Die schlechte körperliche Verfassung und auch die geistliche Dunkelheit, die Francesco immer wieder auf die Seele schlägt, führen ihn im Winter 1224/1225 zu einem Genesungsaufenthalt in San Damiano. Dort erlebt er den Durchbruch zum Licht: Er schreibt und komponiert den Sonnengesang.
Wenn Francesco bis heute als „Bruder Immerfroh“ gilt, ist dies nur eine Facette seines Wesens. Die Geschichte zeigt, dass hier ein Mensch ist, der alle Höhen und Tiefen des Menschseins durchlebt hat: Krieg und Friede, menschliche Freundschaft und Enttäuschung, Zuversicht und Schwermut, Gottesnähe und Gottesferne. Gerade darum finden Menschen unseres Jahrhunderts ihr Ringen und Suchen in dieser Geschichte wieder. Ein Grund, im Oratorium IL CANTICO nicht nur die heiteren Töne des Sonnengesangs anklingen zu lassen, sondern auch Themen wie Depression, Kriegsängste, Kirchenfrust und Gottesferne. Ein Grund auch, in der Geschichte von damals Themen und Erfahrungen von heute (die Kriege in Osteuropa und im Nahen Osten, die Sehnsucht nach einer geistlichen Erneuerung der Kirche, die Suche nach einer gemeinsamen Basis der Religionen, der Kampf gegen die Zerstörung der Erde u.a.) zur Sprache zu bringen.
Wenn in diesem Oratorium Chiara und Francesco sich auf Augenhöhe begegnen, dann nicht zuletzt deshalb, weil in seinen poetischen Texten ihre tiefe Verbundenheit sichtbar wird. Die auffallende Häufigkeit von weiblichen Gottesanreden sowohl im Sonnengesang als auch im „Lobpreis Gottes“, zu dem Francesco vermutlich vom „Neunundneunzig-Namen-Gottes-Gebet“ der Muslime inspiriert worden war, lässt vermuten, dass Chiara am Entstehen beider Texte beteiligt war.
Soweit möglich, hält sich das Libretto des Oratoriums an die historischen Quellen, nimmt sich jedoch auch die für ein Oratorium notwendige narrative Freiheit.
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canticum novum ist Kulturpartner der Kulturliste Münster e.V.. Die Kulturliste ist ein Verein für kulturelle Teilhabe, und ermöglicht Menschen mit wenig oder keinem Einkommen die Teilnahme am kulturellen Leben. Sie vermittelt kostenlosen Eintritt zu vielen kulturellen und sportlichen Veranstaltungen der Stadt Münster. Wir stellen als Kulturpartner kostenlose Tickets zu unseren Konzerten zur Verfügung. Kultur, Musik und vor allem die Live-Erlebnisse eines Konzertes haben eine besondere Wirkung auf uns Menschen. Kultur soll für alle verfügbar sein. Wer sich einen Besuch unserer Konzerte nicht leisten kann, kann sich bei der Kulturliste Münster melden. |
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